Nebennierenermüdung: Was ist das?

Oct 08, 2020 10:00pm

estresst? Müde? Lust auf Zucker? Schlafstörungen?

All dies kann mit dem ständigen Stress in Verbindung gebracht werden, den wir in unserem Leben spüren. Wir wissen, dass Stress einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben kann. Und da deine Nebennieren Stresshormone produzieren, ist Nebennierenermüdung (oder „HPA Axis Dysregulation“ und auf English „Adrenal Fatigue“) in letzter Zeit ein Thema über das viel gesprochen wird.

Deine Nebennieren sehen aus wie Walnüsse, die auf beiden Nieren sitzen. Diese wichtigen Drüsen produzieren viele Hormone, einschließlich Stresshormone.

Aber was passiert, wenn sie überarbeitet sind?

Du hast schon von “Adrenalin-Junkies” gehört, oder?

Adrenalin und Cortisol sind die Stresshormone, die dir den allgemein bekannten Adrenalinschub verleihen; wenn du total wach bist und im Moment lebst. Dieses Gefühl wird als “Kampf oder Flucht”-Reaktion deines Körpers bezeichnet.

Einige Leute (vielleicht auch du?) lieben dieses intensive Gefühl.

Die Freisetzung von Hormonen in der Kampf- oder Fluchtreaktion ist die normale Reaktion deines Körpers auf Stress, welche in einigen Situationen sehr hilfreich ist, zum Beispiel, wenn du vor einem brüllenden Löwen davon laufen musst…;-) oder aber  um auf der Straße einen Unfall zu vermeiden.

Nach kurzer Zeit löst sich die Kampf- oder Fluchtreaktion auf, dein Körper wird wieder normal und alles ist gut.

Aber was würde passieren, wenn du dich ständig gestresst fühlst? Zum Beispiel den ganzen Tag, jeden Tag? Wie ein “chronischer” Stress?

Es würde sich nicht mehr nach einem großartigen (gelegentlichen) “Rausch” anfühlen, oder?

Und was passiert deiner Meinung nach mit deinen armen Nebennieren, wenn sie ständig arbeiten müssen?

Sie würden müde werden, richtig?

Habe ich Nebennierenermüdung?

Wenn deine Nebennieren es satt haben, Tag ein Tag aus Stresshormone zu produzieren, können andere Symptome auftreten.

Symptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen, Heißhunger auf Zucker und sogar häufige Infektionen wie Erkältungen und Grippe sind Anzeichen dafür, dass deine Nebennieren überarbeitet sind.

Leider muss ich dir sagen, dass es keine medizinisch anerkannten Blutuntersuchungen für Nebennierenermüdung gibt. Tatsächlich wird es von den meisten Medizinern erst erkannt, wenn deine Nebennieren so müde sind, dass sie überhaupt fast nicht mehr funktionieren. An diesem Punkt können die offiziellen Diagnosen “Nebenniereninsuffizienz” oder “Addison-Krankheit” zutreffen.

Wenn du jedoch Symptome hast, solltest du deinen Arzt aufsuchen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Er oder sie ist möglicherweise sogar offen für Diskussionen über die Erschöpfung der Nebennieren (suprarrenales in Spanisch)  oder zumindest über Wellness-Strategien, die helfen können, deinen Stress (und deine Symptome) zu reduzieren.

Was mache ich, wenn diese Symptome auftreten?

Es gibt viele Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um deinen Stress abzubauen und deine Gesundheit und dein Energieniveau zu verbessern.

Wenn du merkst, dass der Stress dich langsam ausbrennt, ist Stressreduzierung idealerweise der Schlüssel um die Kondition deiner Nebennieren zu verbessern. Es gibt Unmengen von Ideen, wie du deinen Stress reduzieren kannst. Meine Favoriten sind ein Spaziergang in der Natur, leichte Bewegung, mehr Schlaf, tiefe Atmung, mir mehr Zeit nehmen zum Gebet oder einfach mal zu einer Freundin zum Terere (oder Tee) fahren und auch natürliche Pflanzenmittel. 

Natürlich empfehle ich auch, weniger Zucker und verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren und mehr Obst und Gemüse zu essen. Eine bessere Ernährung hat einen großen Einfluss auf deine Energie.  

Pflanzliche Heilmittel

Um den Stress und somit die Nebennierenmüdigkeit zu reduzieren gibt es auch ganz gute Mittel die der Schöpfer uns in der Natur gegeben hat.

Hier einige davon:

1. Kamillentee 

Kamillentee ist eine der meist bekannten Naturheilmittel weltweit. Er hat eine sanfte beruhigende Wirkung auf die Nerven, die bei Stress, Angstzuständen und Schlaflosigkeit hilft. Kamillentee ist auch bekannt dafür, die Verdauung zu verbessern und hilft bei Bauchschmerzen und Blähungen. Der Tee ist reich an Antioxidantien und ist entzündungshemmend und hilft außerdem, die Muskeln zu entspannen.

Um Kamillentee zu machen gib einen Esslöffel losen Kamillentee in einen Teekessel, erhitze etwas mehr als eine Tasse Wasser, gieß es in den Teekessel und lass es für 5 Minuten ziehen. Die Kamillenblüten abseihen, den Tee in eine Tasse gießen und eventuell mit etwas Honig süßen und genießen.

2. Ashwaghanda 

Ashwaghanda ist ein Adaptogen, das dem Körper hilft, sich besser  an Stress anzupassen. Diese aromatische Wurzel nährt und stärkt die Nerven-, Nebennieren-, Schilddrüsen- und Immunfunktion und verringert Entzündungen. Ashwaghanda wird bei uns meist in Form von Kapseln gebraucht, man kann das Ashwaghanda Pulver aber auch als Tee zubereiten. 

3. Vitamin B Complex

Vitamin B spielt eine wichtige Rolle bei vielen Körperfunktionen, einschließlich der Produktion roter Blutkörperchen und es hilft dem Körper, die Nährstoffe aus der Nahrung in Energie umzuwandeln. Ein Vitamin-B12-Mangel wurde auch mit Depressionen in Verbindung gebracht. Daher kann die Einnahme eines Vitamin-B-Präparats dem Körper in mehrfacher Hinsicht zugute kommen, besonders für ständige Müdigkeit, welches auch ein Symptom der Nebennierenmüdigkeit ist.  Ich persönlich habe einen großen Unterschied an meiner Energie bemerkt. Seitdem ich täglich ein B-Complex nahm, fühlte ich mich nicht mehr so müde und träge. 

Schlussfolgerung

Deine Nebennieren produzieren Hormone als Reaktion auf Stress. Nach langem Alltagsstress können sie müde werden.

Nebennierenermüdung ist eine umstrittene Krankheit, für die es weder einen echten Test noch spezifischere verräterische Symptome gibt.

Das Wichtigste, was du tun kannst, ist dich testen zu lassen, um andere potenzielle Krankheiten auszuschließen. Du kannst auch Techniken zum Stressabbau ausprobieren, wie Spaziergänge in der Natur, leichten Sport, mehr Schlaf oder Pflanzenmittel.